Projekt Beschreibung

DorfFunk

Das digitale Dorf in der Tasche

DorfFunk ist eine Anwendung für mobile Endgeräte und dient als Kommunikationszentrale für ländliche Regionen. Bürger:innen können in DorfFunk ihre Hilfe anbieten, Gesuche einstellen oder einfach miteinander ins Gespräch kommen. Zusätzlich werden Neuigkeiten aus verschiedenen Quellen angezeigt, um die Region informiert zu halten.

Eine weitere Schnittstelle ist die integrierte Vernetzung zur Gemeindeverwaltung. Hier können Bürger:innen Vorschläge, Wünsche oder Mängel direkt an die Gemeindemitarbeiter:innen senden. Über Fortschritte werden die Bürger:innen in der App per Chat informiert. Diese disruptive Handhabung von Verwaltungsprozessen wurde von beiden Nutzergruppen positiv aufgenommen.

DorfFunk wurde im Rahmen des Projektes Digitale Dörfer während meiner Tätigkeit beim Fraunhofer IESE entwickelt. Die App wird mittlerweile von mehreren zehntausend Bürger*innen in ganz Deutschland und Teilen Österreichs sowie Belgiens genutzt.

Meine Tätigkeiten:

  • Durchführung von Anforderungsworkshops
  • Entwicklung des UX-Konzepts
  • Konzeption und Durchführung von Usability-Tests
  • Ausführen der Product Owner-Rolle (u. a. Planen der Roadmap und Koordination des Entwicklungs-Teams)
  • Vorstellung der Projektvision vor unterschiedlichen Stakeholdern

Zielsetzung

Obwohl sich viele Menschen zwar vorstellen könnten in ländlichen Regionen zu leben, zieht es die Landbevölkerung immer mehr in die Großstädte. Als Begründung werden häufig die besseren Angebote an Nahversorgung, Mobilität, Kultur sowie Bildung und Arbeit genannt. In dem Projekt „Digitale Dörfer“ des Fraunhofer IESE untersuche ich, welche Chancen die Digitalisierung bietet, um das Leben dort attraktiver zu gestalten.

Durch die direkte Zusammenarbeit mit mehreren Testregionen, konnten wir ermitteln, welche Themenfelder für die ländliche Bevölkerung besonderes Gewicht haben. Dabei nahm der Themenbereich „Kommunikation und Gesellschaft“ eine wichtige Rolle ein. Bürger:innen berichteten, dass in ihren Gemeinden mehr los ist als sie mitbekommen. Deutlich wurde auch, dass existierende soziale Netzwerke nicht die direkte Verbindung und Vernetzung der lokalen Gemeinschaft vorantreiben konnten. Ziel war es daher, eine Lösung zu entwickeln, die die Bürger:innen in ländlichen Regionen näher zusammenbringt und auf kulturelle Angebote aufmerksam macht.

Research & Konzeption

In dem nutzerzentrierten Design-Prozess haben wir Bürger:innen aus den Testregionen von Beginn an in die Entwicklung mit eingebunden. In interaktiven Anforderungsworkshops vor Ort konnten ihre Informations- und Kommunikationsbedürfnisse sowie die damit verbundenen Herausforderungen identifiziert werden.

Workshop vor Ort mit Bürger*innen aus den Testgemeinden

Obwohl nahezu alle Teilnehmer:innen soziale Netzwerke nutzten, entstand hierdurch bisher kein gemeinsamer Kommunikationskanal für die lokale Gemeinschaft. Stattdessen wurden diese Dienste dafür verwendet, sich mit Familie und Freunden aus der ganzen Welt zu vernetzen. Die fehlende Fokussierung der Dienste auf die lokale Region führte dazu, dass eine Vielzahl von separierten Gruppen entstanden. Gleichzeitig gab es zahlreiche Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes.

Papierprototypen

Durch die Workshops kristallisierte sich die Idee eines sozialen Netzwerks speziell für ländliche Regionen heraus. Die ersten Konzepte wurden in leichtgewichtigen Papierprototypen umgesetzt und in weiteren Workshops mit Bürger:innen evaluiert.

Low Fidelity Mockups der wichtigsten Screens von DorfFunk

Anhand der Prototypen konnten sich die Teilnehmer:innen ein genaues Bild der Ideen verschaffen und uns ihre Meinung mitteilen. Die Ergebnisse nutzten wir, um angedachte Funktionalitäten frühzeitig zu verbessern und ihre Entwicklung zu priorisieren.

Usability Tests

Im Sinne eines MVPs brachten wir frühzeitig erste Ausbaustufen der Lösung auf den Markt. Nachdem wir eine lauffähige Version verfügbar hatten, veranstalteten wir Usability Walkthroughs mit Personen unserer Nutzergruppe.
Durch die Test konnten nicht nur Usability-Probleme aufgedeckt, sondern auch Empathie und Motivation zur Optimierung im Team geweckt werden.

Die Lösung

Die Lösung ist ein soziales Nachbarschaftsnetzwerk für mobile Endgeräte, das sich auf die direkte Umgebung der Nutzer:innen fokussiert.

Startseite von DorfFunk zeigt die neusten Beiträge

DorfFunk

Die App für das soziale Netzwerk trägt den Namen „DorfFunk“ und ist die Kommunikationszentrale für das Dorf. Im Unterschied zu bestehenden Diensten, verbindet DorfFunk die Bürger:innen eines Dorfes ganz automatisch miteinander.

Nutzer:innen können Beiträge erstellen, Gesuche und Angebote einstellen, sich über Veranstaltungen und Neuigkeiten informieren oder sich zu Interessensgruppen zusammenschließen.

Sofort mit dem Dorf verbunden

Nach dem Download aus dem App Store reicht die Auswahl der Heimatgemeinde, um sofort mit den richtigen Personen in Kontakt zu kommen.

Von Plausch bis Tausch

Kurzer Plausch, Nachbarschaftshilfe oder Mitfahrgesuch – mit DorfFunk können die Bürger:innen zu den verschiedensten Angelegenheiten schnell in Kontakt treten.

Startpunkt für weitere Lösungen

DorfFunk vereint verschiedene „Digitale Dörfer“-Lösungen in einer Anwendung – z.B. erscheinen Neuigkeiten aus dem lokalen Online-Nachrichtenportal direkt im Newsfeed.

Der Draht zur Gemeinde

Ob Verbesserungsvorschläge, Kritik oder Lob: mit nur einem Funk können sich Bürger:innen mit ihrer Gemeinde in Verbindung setzen und gemeinsam das Dorfleben verbessern.

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